Das innere Kind

„Das innere Kind ist für all unsere Emotionen verantwortlich“, sagt Psychologe Peter Bartning. Es könne sogar Ursache für unseren Alltagsstress sein. Hier sind fünf einfache Tipps, wie ihr es zähmt!

Sprechen wir über das Kind in uns, denken die meisten daran, nicht zu alt für selbst den kleinsten Spaß zu sein. Laut Psychologe Peter Bartning besitzt das innere Kind allerdings eine andere Bedeutung: „Das innere Kind ist für all unsere Emotionen verantwortlich und jeder besitzt es. Durch die Ereignisse in unserer Kindheit wird es beeinflusst. Es kann nicht nur fröhlich, sondern auch wütend und traurig sein.“ Und es könne sogar Ursache für unseren Alltagsstress sein.

Falls euch das bekannt vorkommt, hätten wir hier fünf einfache Tipps, um dieses Kind in euch zu besänftigen:

Tipp #1: Versetze dich an einen sicheren Ort, an dem du dich besonders geborgen fühlst.
Dies kann ein existenter aber auch fiktiver Ort sein.

  • Wichtig ist, dass du alleine an diesem Ort bist ohne andere Menschen.
  • Stattdessen dürfen Gott, Schutzengel oder hilfreiche Wesen aus Märchen auftauchen.
  • Wenn du in deinen Gedanken an diesem Ort bist, aktiviere alle fünf Sinne.
  • Was siehst du? Was hörst du? Was riechst/schmeckst du?
  • Was spürst du darüber hinaus? Vielleicht den Wind auf der Haut?
  • Nimm als Letztes besonders das Gefühl der Geborgenheit wahr.
  • Besorg dir ein Souvenir, dass dich an diesen Ort erinnert (Beispiel: eine Muschel für einen Strand) und trag dies bei dir oder platziere es an einem Ort, an dem du mehrmals am Tag vorbei kommst.
  • Sag dir und deinem inneren Kind, dass ihr bei Bedarf wieder an diesen Ort kommen könnt.

Tipp #2: Versetze dich in ein reales Ereignis, in dem du dich als Erwachsener besonders lebendig und kraftvoll gefühlt hast.

  • Gehe genauso vor, wie beim ersten Tipp.
  • Statt eines Souvenirs kannst du dir eine Geste überlegen, die ein Zeichen für dein Kraftgefühl ist.

Tipp #3: Verschicke Liebe.

  • Such dir einen stillen Ort, an dem dich keiner hört.
  • Überlege, was für Gefühle und Gedanken dir in diesem Moment durch den Kopf gehen.
  • Sag laut: „Hallo (benenn das Gefühl), ich schicke dir Liebe!“
  • Halte kurz inne, es wird ein neues Gefühl auftauchen.
  • Schicke nun auch diesem Gefühl Liebe.

Tipp #4: Führe unterschiedliche Atemübungen durch.

  • Atme langsam, aber stetig durch den geöffneten Mund. Mache keine Pausen und fixiere deine Augen auf einen festen Punkt im Raum.
  • Verschränke dabei deine Arme und klopfe dann ein- bis zweimal pro Sekunde auf deine Oberarme.
  • Zusätzlich hilft es, wenn du alle vier Sekunden das Wort „Sonne“ sagst oder sie dir vorstellst.
  • Alternativ: Stell dir vor, dein inneres Kind läge auf deiner Brust. Beim Einatmen nimmst du sein problematisches Gefühl in Dich auf und wandelst es in Liebe um. Mit dem Ausatmen sendest du diese Liebe zurück an das innere Kind. Mit etwas Übung kannst du beide Rollen nacheinander fühlen.

Tipp #5: Streicheln der Amygdalae.

  • Stell dir vor, wo sich deine Amygdalae befinden (jeweils 2,5 Zentimeter neben den beiden Schläfen in Richtung Kopfmitte).
  • Streichele nun in Gedanken mit einer Feder sanft die Amygdalae und deinen Frontlappen (Dieser befindet sich hinter der Stirn).
  • Die Amygdalae sollten auf „keine Gefahr“ umstellen. Sei geduldig! Diese Übung muss mehrere Minuten lang ausgeführt werden, bevor sie wirkt.