Zu arm für’s Altern

Hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, was es kostet, wenn du im Alter auf Hilfe angewiesen bist? Eher nicht, oder? Bis zum Rentenalter ist es ja noch lange hin…

Alt Alter

Schon mal drüber nachgedacht, ob du später vielleicht von Altersarmut betroffen sein könntest, obwohl du jeden Tag acht Stunden gearbeitet hast? Immer mehr Menschen können schon heute nicht von ihrer Rente leben. Die Durchschnittsrente in Deutschland beträgt laut der Deutschen Rentenversicherung 1.231 Euro Netto. Das ist nicht viel, und es gibt Menschen, die mit viel weniger Geld auskommen müssen. Zieht man die die laufenden Ausgaben wie Miete, Lebensmittel und Transport ab, bleibt nicht mehr viel über. Ohne Rücklagen ist an Urlaub gar nicht zu denken. Kino- oder Theaterbesuche sind dann zu teuer. Da kannst du nur hoffen, dass deine Familie dich einlädt.

Klar ist, wer sich erst spät Gedanken um seine Altersvorsorge macht, muss seine Altersansprüche zurückschrauben. Viele vergessen dabei aber auch, dass sie irgendwann pflegebedürftig werden und auf Hilfe angewiesen sind. Nicht alles wird von der Pflegekasse übernommen.

Kleine Rente trotz hohem Lohn

Das Durchschnittsgehalt eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers in Deutschland liegt laut statista.de bei 3.703 Euro Brutto (Stand 30.5.2017). Die meisten Arbeitnehmer verdienen aber weit aus weniger. Ey, Alter hat beim Deutschen Rentenversicherungs Bund für dich nachgefragt, was bei diesem Bruttolohn als Rente herauskommt. Unsere fiktive Person hat nach dem Studium mit 25 Jahren begonnen zu arbeiten. Die Regelaltersgrenze ist 67 Jahre, so hat sie 42 Jahre in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt. Sie hat Vollzeit gearbeitet, hatte keine Arbeitspausen und ist ledig. Unter den aktuellen Werten steht dieser Person eine Altersvorsorge von rund 1.600 Euro Brutto zu, was eine monatliche Nettorente von circa 1.300 Euro ergibt. Was ist aber wenn sie irgendwann Pflegehilfe braucht?

Im bundesweiten Durchschnitt lagen die Pflegeheimkosten Mitte 2014 bei 2.938,22 € pro Monat. Darin sind die Pflege, die Unterkunft und die Verpflegung sowie Kosten für Auszubildende und Investitionskosten (Bett, Sofa, Instandhaltung, etc.) inbegriffen. Die Pflegeversicherung zahlt jedoch nur für die Pflege im Heim. Je höher der Pflegegrad, desto höher sind die Leistungen der Pflegekasse. Sind die Kosten jedoch höher als die Leistungen der Pflegekasse, so muss diese jeder Heimbewohner selbst bezahlen. Nur bei Bedürftigkeit besteht ein Anspruch gegenüber dem Sozialamt auf Übernahme der Kosten. Aber: Das Amt prüft, ob es sich das Geld in der Familie des Pflegebedürftigten zurück holen kann.

Pflegebedürftigkeit kostet richtig Geld

Wenn unser Rentner nun pflegebedürftig wird, werden die Heimkosten durch seine kleine Rente finanziert. Im Durchschnitt fallen monatlich Kosten von 3000 Euro an. Unabhängig von dem Pflegerad, muss die Person das Heim bezahlen. Unser lediger Rentner geht freiwillig im Alter von 83 Jahren ins Pflegeheim und verbringt dort zwei Jahre, bis er stirbt. Da er noch recht fit und selbstständig ist, wird er in den Pflegegrad 1 eingestuft. Die Krankenkasse übernimmt hier 125 Euro für die monatliche Pflege. Obwohl die ganze Rente für das Pflegeheim drauf geht, bleibt trotzdem noch eine Kostenlücke von 1.700 Euro monatlich. Während den zwei Jahren entstehen so Kosten von insgesamt rund 40.800 Euro. Um sich die zwei Jahre im Heim leisten zu können, müsste unser Vollzeitbeschäftigter während seine 42 Arbeitsjahre also jeden Monat 80 Euro auf die Seite legen. Im Jahr wären das circa 975 Euro. Die Kosten für den Aufenthalt im Heim wären dann gedeckt. Geld für Freizeitbeschäftigungen oder ein Besuch im Restaurant fehlen bei dieser Rechnung komplett.

 

Wir wollen alle unseren Ruhestand genießen. Deswegen kommen wir um eine private Altersvorsorge nicht herum. Die Vorsorge ist im Grunde nichts anderes als eine langfristige Vermögensbildung. Je nach individueller Lebenssituation können dafür verschiedene Strategien gewählt werden. Neben Wertpapieren, Fond oder Immobilien werden auch Versicherungen als Vorsorgeprodukte angeboten. Informiere dich über deine Möglichkeiten! Es ist nie zu spät mit dem Sparen anzufangen.

Betreutes Wohnen

Ey, Alter! hat sich für dich umgeschaut, welche Alternativen es für das Pflegeheim gibt. Wahrscheinlich ist jedem „betreutes Wohnen“ ein Begriff. Unsere Reporterin hat so ein Haus besucht und einige Eindrücke für euch mitgenommen.

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